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Wie der Körper mit Kälte umgeht

Wir benötigen eine konstante Körpertemperatur von ungefähr 37 °C, um richtig zu funktionieren. Darum können sich unsere Körper auf zwei verschiedene Arten auf Klimaveränderungen einstellen:

Verhaltensreaktion – bezogen auf bewusste Handlungen, wie das Anziehen warmer Kleidung oder körperliche Bewegung.

Physiologische Reaktion – bezogen auf automatische (unfreiwillige) Reaktionen, wie Veränderungen des Kreislaufs, Zittern oder Schwitzen.

Kalte Hände und Füße

Durch kalte Hände und Füße signalisiert Dir Dein Körper, dass Du beginnst auszukühlen. Dein Körper versucht, Wärme in Deinen lebenswichtigen Organen zu speichern und reduziert darum die Durchblutung Deiner Gliedmaßen. Wenn Du diese frühen Warnzeichen nicht beachtest, können Erfrierungen die Folge sein.

Schwitzen

Schwitzen ist eine normale Reaktion auf die Überhitzung des Körpers und bei warmen Temperaturen hilft es dabei, die optimale Körpertemperatur von 37 °C zu wahren. Bei Kälte kann es gefährlich sein, da es eine weitere potenzielle Ursache von Erfrierungen ist.

Nass werden

Wenn wir schon beim Schweiß sind: Wasser leitet Wärme 25–30 Mal besser als Luft und transportiert überschüssige Energie schnell von Deinem Körper ab. Darum können Schweiß, Schnee und Wasser auch zu kältebedingten Gesundheitsproblemen wie Unterkühlung führen.

Zittern

Ein weiteres Zeichen für fehlende Wärme ist Zittern. Durch diese unkontrollierten Muskelkontraktionen generiert Dein Körper Wärme. Zu viel Zittern beeinträchtigt jedoch die normale Muskelfunktion und wenn der Zustand schlimmer wird, kann Unterkühlung einsetzen.

Unterkühlung

Was ist Unterkühlung denn genau? Man spricht dann von Unterkühlung, wenn Deine Körpertemperatur unter dem Normalwert liegt. Die ersten Anzeichen von Unterkühlung machen sich bemerkbar, wenn die Körpertemperatur unter 35 °C sinkt. Das hört sich nach nicht viel an, aber ab diesem Punkt fängt Dein Körper an zu zittern und zu schauern und Du verlierst die Fähigkeit, rational zu denken. Wenn der Zustand anhält, hört das Zittern langsam auf und wird durch Apathie ersetzt, sodass Du nicht mehr in der Lage bist, Dich selbst zu versorgen. Wenn die Körpertemperatur unter 30 °C sinkt, spricht man von starker Unterkühlung. Du verlierst dann das Bewusstsein. Zu diesem Zeitpunkt ist nur schwer feststellbar, ob Du noch atmest oder einen Puls hast.

Erfrierungen

Hiervon spricht man, wenn die Temperatur eines bestimmten Körperteils unter 37 °C absinkt. Erfrierungen betreffen zunächst exponierte Körperstellen, die weit entfernt von den inneren Organen liegen, wie Wangen, Nase, Finger und Zehen. Oberflächliche Erfrierungen machen sich durch kalte, weiße Haut und kleine, stechende Schmerzen bemerkbar, die vom Verlust der Sinneswahrnehmung gefolgt sind und bei Nichtbehandlung das Risiko von Unterkühlung erhöhen können. Wenn sich oberflächliche Erfrierungen ausbreiten, kann Dein Gewebe daran dauerhaften Schaden nehmen.

So vermeidest Du Krankheiten aufgrund von Kälte

Der wichtigste Faktor ist sicherzugehen, dass Du genügend Essen und Trinken zu Dir nimmst, trocken bleibst und Dich ändernden Wetterbedingungen durch das An- oder Ausziehen von Kleidung anpasst. Hier kannst Du mehr über die richtige Kleidung für die Kälte erfahren.

Habe ein Auge auf Deine Begleiter. Kältebedingte Krankheiten erkennt man oft nur selten bei sich selbst. Habe bei Deinen mitreisenden Polar-Abenteurern ein Auge auf Hautverfärbungen, übermäßiges Zittern, irrationale Handlungen und Apathie.

Bei Verdacht auf Erfrierungen

Suche im Wald Schutz vor Wind, Regen und Schnee. Und bleibe auf jeden Fall in Bewegung. Durch tiefen Schnee zu laufen ist eine gute Methode, um sich aufzuwärmen. Lege, falls möglich, eine weitere Kleidungsschicht an und nimm ein warmes, süßes Getränk zu Dir. Wärme die erfrorene Körperstelle langsam auf, bis Sinneswahrnehmung, Farbe und Beweglichkeit zurückkehren – dies nimmt für gewöhnlich ungefähr 20–30 Minuten in Anspruch. Reibe niemals die Haut, um sie aufzuwärmen. Wärme stattdessen Haut an Haut. Erfrorene Wangen können mit den Händen gewärmt werden. Erfrorene Hände kannst Du in Deinen eigenen Armbeugen, erfrorene Füße in den Armbeugen eines Freundes wärmen.

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